Citymanagement Aachen: "[...]dass wir uns einsetzen für eine weiter lebenswerte und zukunftsfähige Innenstadt[...]"

 

„Wir setzen uns ein für eine lebenswerte und zukunftsfähige Innenstadt“, so definiert Kai Hennes die Aufgabe von Ihm und seiner Kollegin Daniela Karow-Kluge. Sie sind seit Februar in Ihrem Büro, der Planbar am Theaterplatz ansprechbar und wollen vermitteln zwischen der Verwaltung und den Bürger*innen in der Innenstadt. Das Ihre Arbeit eine ungewohnte Aktualität durch die Pandemie bekommen hat, zeigt wie notwendig diese ist.

Es war ein schwieriger Start für die Citymanager*in. Kaum hatten Sie angefangen sich für eine lebenswerte Innenstadt einzusetzen, kamen die Kontaktbeschränkungen durch die Pandemie und ihrer Arbeit konnten Sie nur noch eingeschränkt nachgehen.

Doch trotz Kontaktverboten, haben Sie versucht Netzwerke aufzubauen und Kontakt zu knüpfen. Denn die Pandemie hat Prozesse beschleunigt, die sich auf die Lebensqualität der Innenstädte auswirkt. Seit Jahren befinden sich die Innenstädte in einem Strukturwandel und es wird davon ausgegangen, dass in Zukunft die Anzahl der Leerstände weiter zunehmen werden. Die ökonomischen Folgen der Pandemie verstärken wahrscheinlich diesen Prozess. Der stadtbildprägende Einzelhandel zieht sich immer weiter zurück. Wichtige Funktionen werden nicht mehr erfüllt und senken die Qualität der Räume. Denn neben der offensichtlichen Funktion der Versorgung und der ökonomischen Wertschöpfung, übernimmt der Einzelhandel weitere wichtige Rollen, die erst auf dem zweiten Blick sichtbar werden. Bunt dekorierte und beleuchtet Schaufenster im Erdgeschoss sorgen für lebendige Straßen und die Einzelhändler*innen erfüllen wichtige soziale Funktionen als Ansprechpartner*innen und engagierte Bürger*innen für Ihr Umfeld. Fallen diese architektonischen und sozialen Funktionen in einer Innenstadt weg, bleibt der Leerstand zurück.

Leerstand der wieder mit Leben gefüllt werden muss. Wie groß die Auswirkungen der Pandemie seien werden, kann noch nicht gesagt werden. Doch die Dringlichkeit und die Notwendigkeit, sich mit dem innerstädtischen Raum auseinanderzusetzen, ist gegeben. Dieser Aufgabe haben sich die beiden angenommen. Doch neben der Auseinandersetzung mit Leerstand und ökonomischer Wertschöpfung, geht es auch um die Qualifizierung des öffentlichen Raums, wie den Theaterplatz.

[…] das sind alles viele kleine Erfolge, die wir für uns aufgebaut haben […] und die eine Rampe sind, für das was noch kommt“ […]

Mit dem Reallabor wird über die zukünftige Gestaltung des Platzes diskutiert. Doch auch hier zeigt sich, dass in Zeiten von Corona der öffentliche Raum und die gerechte Flächenverteilung ein wichtiger Aspekt war. Die nun für den Autoverkehr gesperrten Fahrbahnen werden von den ansässigen Restaurants und Gastronomiebetrieben als Fläche für Ihren Außenbereich genutzt. Diese kleinen Erfolge und die über die zukünftige Arbeit, sind Thema des Interviews.

 

Disclaimer:

In Kooperation mit der RWTH sollte gemeinsam ein Seminar mit Studierenden begleitet werden, in dem das Thema eine räumliche Intervention am Theaterplatz gewesen wäre. Baukultur NRW hätte seine eigene Perspektive gerne eingebracht und mit Dozent*innen und Studierenden über die Methode der Intervention diskutiert. Es sollte mit lokalen Akteur*innen und Stadtmacher*innen aus ganz Deutschland über den Theaterplatz gesprochen werden, um sich so auf eine stadträumliche Intervention vorzubereiten. Da nun ein Austausch vor Ort ausgeschlossen war, haben wir uns dazu entschieden, die baukulturelle Perspektive mit kurzen Audio-Reportagen den Studierenden und der Stadtgesellschaft Aachen zur Verfügung zu stellen. Sie sollen zur Inspiration dienen aber auch als Diskussionsgrundlage.