HISTORISCHE SPUREN AM THEATERPLATZ: ANFANGSZEITEN (1/3)

Die Beschäftigung mit der Historie von Städten bietet die Möglichkeit Vorhandenes auszubauen und an die Identität von Räumen anzuknüpfen. Denn ob es einzelne Gebäude sind, der historische Stadtgrundriss oder Geschichten, die mit Räumen verknüpft sind, historische Spuren geben Hinweise für Planer*innen, wie eine Stadt aussehen könnte. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Räumen gebietet es vergangene Schichten der Stadt zu durchleuchten. So können vergangene Fehler vermieden werden denn die Geschichte der Menschen ist immer auch die Geschichte der Stadt.

Der Theaterplatz ist Teil eines klassizistischen Ensembles in Aachen aus dem 19. Jahrhundert. Aachen war eine der ersten Industriestädte in Deutschland und entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts rasant. In säkularisierten Klöstern und den Blockinnenräumen entstanden neue Fabriken und die Bevölkerungszahl nahm rasant zu. Städtebauliche Strukturen passten sich den neuen Anforderungen der Industrialisierung an. Die kleinteiligen mittelalterlichen Strukturen wurden erweitert.

Der Theaterplatz um ca. 1870. Die Mauer, die links im Bild zu sehen ist, ist die Mauer des Christenserinnen Klosters. 1899 zogen die Ordensschwestern aus (Stadtarchiv Aachen)

  • 1825 Bau des Theaters (Architekt: Johan Peter Cremer; Änderungen durch Karl Friedrich Schinkel)

Mit steigendem Wohlstand wurden prestigeträchtige Planungen umgesetzt. Der Elisenbrunnen, der Elisengarten und das Theater waren die ersten drei großen städtebaulichen Projekte an der Peripherie der alten Wallanlagen. Bis dahin unwegsames sumpfiges Gelände sollte mit dem Elisenbrunnen und dem Theater ein neuer prestigeträchtiger städtischer Raum geschaffen werden. Der Boulevard in Richtung Burtscheid sollte als neue Prachtstraße gebaut werden, die das wirtschaftliche Wachstum abbilden. Vielfach wird Karl Friedrich Schinkel als Architekt des Theaters genannt.

Von links nach rechts: Ein Plan von 1838 für eine Gartenanlage in der Nähe des Theaters. Die Theaterstraße um 1885 in Richtung Burtscheid. Der Theaterplatz um 1901 kurz vor dem Umbau.