#7 Bernd Neuefeind: Die Stadt mit allen Sinnen wahrnehmen.

Neue Perspektiven in die Stadtentwicklung bringen. Mit Langstock und räumlicher Wahrnehmung.

Menschen mit einer Sehbehinderung sind bei der Orientierung im städtischen Raum auf Hilfsmittel angewiesen. Der Langstock, elektronische Geräte oder Blindenhunde. Doch wie nehmen Sie den städtischen Raum wahr? Durch das Fehlen eines Sinnes, werden die funktionierenden Sinne geschärft. Welche Aspekte werden dann wahrgenommen und könnten diese Aspekte in eine Intervention implementiert werden?

Bernd Neuefeind ist der stellvertretende Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins der Städteregion Aachen e.V. 1907. Im Gespräch mit Herrn Neuefeind, der selber erblindet ist, wollten wir erfahren wie er die Stadt wahrnimmt und sich orientiert.

„[…] was man mit der Zeit mitbekommt ist der Hall, wenn es über breitere oder weniger breite Straßen geht, oder über Plätze […]“

Es sind die veränderten Wahrnehmungen von Bernd Neuefeind, die interessant sind für die Perspektive einer Intervention. Während Planerinnen und Planer besonders auf visuelle Reize gepolt sind, lohnt es sich zu reflektieren, inwieweit im Rahmen einer Intervention ein Eingriff in den Raum durch Einwirkungen auch auf andere Sinnesorgane als das Auge, verstärkt werden könnten.

 

 

Disclaimer:

In Kooperation mit der RWTH sollte gemeinsam ein Seminar mit Studierenden begleitet werden, in dem das Thema eine räumliche Intervention am Theaterplatz gewesen wäre. Baukultur NRW hätte seine eigene Perspektive gerne eingebracht und mit Dozent*innen und Studierenden über die Methode der Intervention diskutiert. Es sollte mit lokalen Akteur*innen und Stadtmacher*innen aus ganz Deutschland über den Theaterplatz gesprochen werden, um sich so auf eine stadträumliche Intervention vorzubereiten. Da nun ein Austausch vor Ort ausgeschlossen war, haben wir uns dazu entschieden, die baukulturelle Perspektive mit kurzen Audio-Reportagen den Studierenden und der Stadtgesellschaft Aachen zur Verfügung zu stellen. Sie sollen zur Inspiration, aber auch als Diskussionsgrundlage dienen.